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Cannabis -
Haschisch und Marihuana - darf als die am weitesten verbreitete illegale Droge
gelten. Der zentrale Wirkstoff ist das Tetrahydrocannabinol (THC). Um Cannabis
bzw. um seine Legalisierung wird seit langem ein erbitterter ideologischer
Kampf geführt. Hier einige gängige Meinungen über das Thema: Kiffen ist
Lifestyle, Freiheit, Freude, Lebensfeeling, erst recht in Verbindung mit Musik.
Von den Hippies
mit Love and Peace über die Rastas mit ihrem Reggae bis hin zu XTC, Kiffen und
Loveparade. Kiffen ist harmlos, Kiffen macht Spaß, Kiffen macht nicht
süchtig....... sagt man, doch stimmt das wirklich?
Erscheinungsformen
Marihuana und Haschisch werden aus der weiblichen Hanfpflanze gewonnen. Der
lateinische Name der Hanfpflanze ist "Cannabis Sativa". Im
Szenejargon wird diese Droge "Hasch", "Dope",
"Shit", "Piece", "Pot", "Bommel",
"Bubble", "Bobbel", "Bobel", "Pickle" (für
Haschisch) und "Gras", "Weed", "Gitama",
"Kiff", "Bhang", "Ganja" oder "Skunk"
(für Marihuana) genannt. 
- Haschisch ist das Harz der Pflanze, das zu Klumpen oder Platten gepreßt und
für den Verkauf in kleine Stücke geschnitten wird. Haschisch enthält 3 bis 14 %
THC. Aber höhere Prozentsätze kommen ebenfalls vor. Die Farbe variiert von
gelb, grüngrau, grün, rötlich, hell- oder dunkelbraun bis hin zu schwarz.
"Schwarzer Afghan", "Roter Libanese", "Grüner
Türke", "Maroc Zero Zero" und anders heißen daher verschiedene
Haschischsorten (nach den Herkunftsländern), die von Qualität und
Wirkstoffgehalt sehr unterschiedlich sein können. Je wärmer das Klima ist, in
dem der Hanf wächst, um so höher ist der THC-Gehalt. Durch professionelle
Anbaumethoden (vor allen auch in den Niederlanden) ist der THC-Gehalt in den
letzten Jahren ständig gestiegen.
- Marihuana besteht aus den getrockneten Blüten und Blattspitzen und sieht -
wenn die Pflanzenteile verkleinert sind - ein bißchen aus wie grob gehackte
Kräuter. In der Regel ist die THC-Konzentration im Marihuana mit 0,5 bis 3 %
geringer als im Haschisch. Es gibt aber Ausnahmen. So erzielt das in den
Niederlanden in speziellen Labors gezüchtete genmanipulierte
"Nederweed" (auch "Superskunk" genannt) THC-Konzentrationen
bis 40 % (!!!), die weltweit kaum übertroffen werden. 
- Haschischöl, ein unter Zusetzung von organischen Lösungsmitteln und
nachträglichem Verdampfen aus Haschisch gewonnenes Extrakt, ist eine zähe,
klebrige, dunkelfarbige Tinktur mit einem THC-Gehalt von bis zu 30%. Auf dem
deutschen Markt hat es sich bisher noch kaum durchsetzen können.
Wie wird es konsumiert?
Cannabis wird in der Regel geraucht, meist vermischt mit Zigarettentabak oder
Feinschnitt. Das Haschischrauchen wird "kiffen",
"anturnen", "schmöken", "harzen" oder
"quarzen" genannt. Wenn jemand kifft, riechst du einen süßlichen,
würzigen, weihrauchähnlichen Duft. Geraucht wird üblicher Weise in ganz
gewöhnlichen Tabakpfeifen oder mittels "Eimer", d.h. in einen mit
Wasser gefüllter Behälter - Putzeimer oder aufgeschnittene Tetrapackung - wird
eine unten aufgeschnittene Plastikflasche hineingestellt, auf deren Hals ein
"Kopf" - meist mit einem Messingsieb oder durchlöchertem Alupapier
versehenen - aufgesetzt ist. In diesen Kopf wird die Mischung hineingepackt,
darüber ein brennendes Feuerzeug gehalten und durch gleichzeitiges Hochziehen
der Flasche im Flascheninneren ein Unterdruck erzeugt, so daß diese sich mit
gelblichem - bei Haschisch - oder mehr durchsichtigem Qualm - bei Marihuana -
füllt, der dann vom Konsumenten tief inhaliert und möglichst lange in den
Lungen gehalten wird. 
Beliebt sind auch "Blubber" genannte Wasserpfeife oder Bambus- und
Glas- oder Plexiglas-Rohrpfeifen, "Bongs" genannt. Geringe Reste
werden in kleinen Purpfeifchen geraucht. Oder es werden zum Rauchen
trichterförmige Zigaretten aus Spezialpapier oder mehreren Blättchen
zusammengesetzt gedreht, "Joint", "Tüte",
"Stickie" oder "Spliff" genannt. Andere Kiffer bevorzugen
das "Chillum", ein oft kunstvoll gearbeitetes kelchförmiges
Rauchgerät aus Holz, Ton oder Stein. Ein "Kawumm" ist ein etwa 20 cm
langes und bis zu 3 cm dickes Rohr aus Bambus, Kunstoff oder Pappe mit einem
kleinen Loch auf dem Rohrmantel, in das ein mit einer Mixtur aus Haschisch und
Tabak vollgestopfter "Kopf" (oder auch ein Joint oder Chillum)
gesteckt und angezündet wird. Während man an einem Ende der Röhre den Rauch
ansaugt, wird das andere Ende mit der flachen Hand dichtgehalten. Nimmt man
dann die Hand von der Öffnung, "knallt" durch die schlagartig zuströmende
Luft der im Rohr noch verbliebene Rauch geradezu in die Lungen. Zur Not tut es
auch eine Alu-Getränke-Dose mit "Kick-Loch" "Fillies" sind
stark angefeuchtete Zigarillos, die mit Gras gefüllt sind. Bei Haschischöl
genügt aufgrund der stärkeren Konzentration ein paar Tropfen auf eine Zigarette
zu streichen. Von "Space-Keksen", d.h. Haschisch und Marihuana mit
Gebäck (und oft zusätzlich noch mit weiteren Drogen ) verbunden, wird zwar viel
geredet, im Umlauf sind sie höchst selten. Cannabis kann jedoch nicht nur in
Speisen verarbeitet sondern auch als Tee getrunken werden. 
Preise
Zwischen 5 bis 15 Euro je nach Qualität müssen in etwa für 1 g Haschisch oder
Marihuana hingelegt werden, bei größeren Mengen werden die Preise deutlich
geringer (Mengenrabatt). Handelsüblich für kleine Portionen sind kleine
Plastiktüten, versehen mit Klettverschluss. Das Rauchpiece (meist die
Konsumportion) wird aber gerne auch in Stanniolpapier oder Alufolie oder in
kleinen Schmuckdöschen aufbewahrt. Größere Mengen ("Platten",
"Brote") sind in Leinensäckchen verpackt oder in Klarsichtfolie
eingeschweißt .
Manche Kiffer verrauchen 250 bis 500 Euro jeden Monat. Sie sind ständig in
Geldnot. Kiffen kann sich so schnell zum Teufelskreis entwickeln, aus dem es
kein Entrinnen gibt (Beschaffungskriminalität!). 
Wirkungsweise
Die Wirkung des Cannabis ist dosisabhängig. Als Anhaltspunkt kann gelten: Eine
THC-Dosis von 1-2 mg wird beruhigend (sedierend). Eine THC-Dosis von 5 - 7 mg
bewirkt Sinnesveränderungen. Eine THC-Dosis von 15 mg führt zu Halluzinationen.
Der Rauschzustand - meist "bekifft", "voll",
"dicht", "stoned" (nach dem Gefühl, Steine an den Beinen
hängen zu haben), "angeturnt" oder "breit" genannt - ähnelt
in gewisser Weise dem Alkoholrausch. Er tritt bei mittlere Dosis unmittelbar
nach der Inhalation ein, erreicht seinen Höhepunkt nach ca. 30 Minuten und hält
bis zu 3 Stunden an. Als körperliche Auswirkungen zeigen sich gerötete Augen
und beschleunigter Herzschlag. Es kann zu Herzrasen, Mundtrockenheit,
Bewegungsunruhe, Übelkeit und gesteigertem Hungergefühl ("Freßtrip")
kommen. Zu Anfang des Rausches tritt ein Gefühl der körperlichen Entspannung
und der (subjektiv!) gesteigerten Wahrnehmungsfähigkeit ein. Verschiedene
Sinnesinhalte werden miteinander verknüpft wahrgenommen wie etwa Musik mit
optischen Vorstellungen. Durch den Konsum dieser Drogen ändert sich der Blick
auf die Wirklichkeit. Die Zeit scheint langsamer zu laufen, der Raum wirkt
anders, Musik klingt intensiver, und manchmal siehst man Dinge, die es in der Wirklichkeit
nicht gibt. Bei herabgesetzter Kritikfähigkeit steigt die Risikobereitschaft.
Das Denken wird bruchstückhaft, Gesprächsinhalte werden vergessen und die
Konzentration ist gestört. Es kommt zu dem typischen "Kifferlachen"
(Albernheit aus geringfügigen Anlässen). Die euphorische Stimmung klingt im
Verlauf des Cannabisrausches ab und kann in eine zunehmend depressiven Stimmung
und Teilnahmslosigkeit umschlagen. Der Konsument fühlt sich müde, Grübeleien
und Selbstwertkrisen - können bei entsprechender Grundgestimmtheit - den
ausklingenden Rausch begleiten. Bei einem Erstkonsum von Haschisch tritt häufig
überhaupt keine Wirkung ein.
Haschisch wird oft gemeinsam mit anderen Drogen konsumiert. In der Partyszene
wird Cannabis als "Downer" verwendet: die unerwünschten Wirkungen
antriebsteigernder Drogen wie Ecstasy, Amphetaminen und Kokain sollen damit
unterdrückt werden. Raver setzen die Droge unter Umständen nach dem Tanzen zum
Abkühlen und Beruhigen ein ("chill out"). 
Risiken
Nicht immer verläuft der Cannabisrausch in typischer Weise, er wird nicht immer
als positiv erlebt. Die innere Verfassung und Umgebungsfaktoren sowie eine hohe
Dosierung können den Rauschverlauf stark beeinflussen. Anstelle einer gehobenen
Stimmung können Panik und Angst auftreten, anstelle des entspannten
Glücksgefühls unangenehme und überwältigende Rauscherlebnisse, LSD-ähnlichen
Illusionen und Pseudo-Halluzinationen bis hin zu cannabisinduzierten wahnhaften
Störungen (Verfolgungswahn) mit ausgeprägten Angstzuständen ("Horrortrip").
In dieser Situation besteht erhöhte Selbstmordgefahr.
Im körperlichen Bereich kommt es neben den beschriebenen Wirkungen dabei zu
Missempfindungen der Haut, Zittern der Hände, Erkalten der Finger und
Gangunsicherheit.
Zu den Gefährdungsmomenten im akuten Cannabisrausch gehören die bereits
erwähnten Veränderungen in der Denk-, Wahrnehmungs- sowie Merkfähigkeit. Das
Kurzzeitgedächtnis und die zeitliche Wahrnehmung werden verändert. Hierdurch
kann es zu Selbst- und Fremdgefährdungen kommen, insbesondere im
Straßenverkehr. Weil das Reaktionsvermögen herabgesetzt ist, ist bspw. das
Fahren auf Mofas, Motorrollern oder Fahrrädern gefährlich.
Mehrmals täglicher Haschischkonsum beeinflußt den Verlauf von psychotischen
Erkrankungen negativ (fördert Wahn- und Halluzinationserlebnisse). Es ist
unumstritten, dass Cannabiskonsum eine Ursache für das Auftreten von
Schizophrenien sein bzw. das Risiko psychotisch vorbelasteter Menschen, an
einer Schizophrenie zu erkranken, erhöhen kann. Als weitere Folgen chronischen
Cannabiskonsums gelten der Verlust an Aktivität, eine allgemeine
Antriebsverminderung und herabgesetzte Belastbarkeit. Das Risiko bereits im
jugendlichen Alter an Lungenkrebs zu erkranken, steigt bei Hardcorekiffern
stark an, da der Teergehalt dieser Substanz weitaus höher ist als der von
Tabak. Bezüglich der Langzeitfolgen von Cannabis besteht noch erheblicher
Forschungsbedarf.
Abhängigkeitspotential
Viele Jugendliche glauben, daß Kiffen nicht süchtig macht. Und daß es ohne
Risiko ist. Wissenschaftler betonen hingegen, das regelmäßiger ( täglich,
eventuell täglich mehrfacher) Konsum von Marihuana und Haschisch dieselben
süchtigmachenden Wirkungen aufs Gehirn hat wie der Konsum von Kokain, Heroin,
Alkohol oder auch Nikotin. Im Gegensatz zu Alkohol (den ich übrigens auch ganz
eindeutig als schädliche und dummmachende Droge einstufe!) werden die
Cannabinoide nur sehr langsam abgebaut. Das liegt daran, dass diese fettlöslich
sind, wo hingegen Alkohol z.B. wasserlöslich ist. D.h., die psychoaktiven
Stoffe des Hasch verschwinden nach der Aufnahme in den Körper ganz schnell aus
der Blutbahn und lagern sich in den fetthaltigen Bestandteilen einer Vielzahl
von Zelltypen und im Fettgewebe ab und entfalten dort ihre Wirkung (besonders
wichtige fetthaltige Gewebe: Peripheres Nervensystem, Gehirn und
Fortpflanzungsorgane). Die Cannabinoide werden dann in kleinen Mengen
portionsweise aus den Zellen und Fettgeweben wieder freigegeben. Es dauert bis
zu einer Woche, bis nur die Hälfte des THC von einem einzigen Joint abgebaut
und ausgeschieden ist. Deshalb sind Kiffer lange Zeit nicht wirklich
rauschgiftfrei, weil sie in den Zeiten des Nichtrauchens immer noch gut
versorgt werden . Für die Entstehung der Sucht macht es dabei keinen
Unterschied, ob jemand jeden Tag oder nur an Wochenenden kifft. Abhängigkeit
kann jederzeit entstehen, sobald das ganze Tun und Lassen aufs Kiffen
ausgerichtet ist. Dies ist keine schwere körperliche Abhängigkeit; etwaige
Entzugserscheinungen sind eher milde (Gefühl innerer Leere, Unruhe, Nervosität,
Konzentrations- und Schlafstörungen). Der Konsument wird also nicht krank, wenn
er mit dem Kiffen aufhört wie bspw. bei der Heroinabhängigkeit. Aber er bekommt
mit Sicherheit ein starkes Verlangen nach dem erneuten "High", das er
nicht so leicht stoppen kann. Er ist dann also abhängig, weil seine Psyche
nicht mehr ohne kann. Das sich im Laufe der Zeit sowohl eine starke psychische
Abhängigkeit wie auch eine leichte körperliche Abhängigkeit ausbilden kann, ist
trotz vieler gegenteiliger Bekundungen von Haschischkonsumenten und Freunden
der Substanz unzweifelhaft. Cannabisprodukte wie Haschisch und Marihuana als
"Weichdrogen" (engl. "softdrugs") zu bezeichnen, verleitet
zur Fehleinschätzung. Das einzige, was "weich" ist, ist, daß sie sich
ganz sanft, ganz langsam und allmählich ins Leben hineinschleichen. Der
Cannabiskonsum ist gerade deshalb besonders heimtückisch, weil die Folgen
häufig erst nach Jahren sichtbar werden.
Bilder Joe nach Cartoon Wim Nuninga
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Mehr Infos unter: Wenn das Kiffen überhand nimmt
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